Apulien

vom 1. – 8. Oktober 2015

Donnerstag, 1. Oktober 2015
Nach der Ankunft in Brindisi Besuch der mittelalterlichen Kirche von S. Maria del Casale und kurze Stadtrundfahrt. Trotz ihrer Wichtigkeit als Hafenstadt hat Brindisi kaum Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Die Stadt ist großartig an zwei natürlichen Hafenbecken gelegen und das berühmteste Monument sind sicher die Endsäulen der Via Appia Antica. Anschließend Fahrt über Ostuni, eine weiße Siedlung mit mittelalterlichem Wehrcharakter, wo wir einen Spaziergang durch das alte Stadtzentrum unternehmen, von dort aus weiter zu unserem Domizil, der Masseria Cimino (www.masseriacimino.com) inmitten von jahrhundertealten Olivenhainen. Das Hotel liegt wenige Gehminuten von der Adriaküste entfernt, verfügt über eigenes Schwimmbad und ein vorzügliches Restaurant mit lokalen Spezialitäten.

Freitag, 2. Oktober 2015
Auf der Fahrt nach Tarent besuchen wir einige hochinteressante Felsenkirchen außerhalb von Mottola, in welchen sich vor allem die Farben der Malereien phantastisch erhalten haben. In Tarent selbst unternehmen wir einen Spaziergang durch die Altstadt mit dem Normannendom und den Überresten eines dorischen Poseidontempels. Die größte Attraktion der Stadt hingegen ist das Archäologische Nationalmuseum, das eine außerordentlich reiche und interessante Sammlung von Fundgegenständen aus dem griechischen Altertum besitzt, darunter eine der bedeutendsten Sammlungen von antiker Goldschmiedekunst, und nun endlich nach jahrelanger Schließung wieder zur Besichtigung offen steht.

Samstag, 3. Oktober 2015
Halbtagsausflug in die nahegelegene Ortschaft von Alberobello, der berühmten Trulli-Siedlung. So nennt man die ursprünglich aus trockenem Steinmauerwerk errichteten Behausungen mit ihren kegelförmigen Steindächern. Locorotondo, eine – wie es ja auch aus dem Namen hervorgeht – kreisförmig auf einer Hügelkuppe angelegte Siedlung, besticht durch ihre Sauberkeit und Martinafranca war das einzige höfische Zentrum der Gegend. Als Sitz von Herzögen sind die Häuser der Stadt im Besitz von Beamten des Hofes gewesen und zeichnen sich dementsprechend durch schönen barocken Tür- und Fensterschmuck aus.

Sonntag, 4. Oktober 2015
Ganztagsausflug nach Bari und Trani. Heute stehen die großen Kathedralen normannischen Ursprungs auf unserem Programm. Bari, die Landeshauptstadt, besitzt gleich zwei großartige Bauwerke der Romanik, zum einen den Dom, der dem Heiligen Sabinus geweiht ist, und zum anderen die berühmte Pilgerstätte des Heiligen Nikolaus. Wie die meisten der großen Heiligtümer Apuliens waren auch diese beiden barockisiert worden, bis sie vor rund 100 Jahren wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt wurden. Sie bestechen durch die klaren Formen der Romanik, die ungeheure Lichtdurchflutung und den teilweise orientalischen Einfluss im Dekor. Natürlich wollte die Hafenstadt Trani ebenfalls Pilger anziehen und hat sich deshalb einen eigenen Nikolaus als Schutzpatron erfunden, zu dessen Ehren wohl die der Lage nach schönste Kirche des Südens entstand. Von großem architektonischem Interesse ist auch die Dreikuppelkirche des Heiligen Konrad in Molfetta.

Montag, 5. Oktober 2015
Besuch einiger Grottenkirchen und Felsbehausungen in unmittelbarer Nähe unseres Hotels. Meist von basilianischen Mönchen ab dem 9. Jahrhundert gegraben, wurden sie in späteren Epochen von Benediktinern genutzt und verfügen über interessante Freskos religiösen Inhalts. Besuch der Ausgrabungen von Egnazia, letzte Station an der Via Appia vor Brindisi und bedeutendes Zentrum der Keramikproduktion im vorchristlichen Altertum. Nachmittag zur freien Verfügung.

Dienstag, 6. Oktober 2015
Ganztagsausflug nach Lecce und Otranto. Beides sind Städte, die auf antiken Ursprung zurückblicken können. Lecce hat zwar in der Barockzeit ein vollkommen neues Gepräge erhalten, das bis zum heutigen Tag das Bild der Innenstadt bestimmt, aber bei Bauarbeiten in den 30er Jahren sind bedeutende antike Strukturen ans Tageslicht gekommen. Es handelt sich um die Reste eines Theaters und eines Amphitheaters, die beide aus dem 2. Jh. n. Chr. stammen. Otranto weist im Mosaikfußboden seiner Kathedrale eines der interessantesten Bildbeispiele des 12. Jh. auf, welches auch von einem Künstler aus religiösem Stande signiert wurde.

Mittwoch, 7. Oktober 2015
Ein letztes Mal geht es nordwärts und nach dem Besuch der faszinierenden Kathedrale von Bitonto mit überaus interessanten Ausgrabungen und prächtigem mittelalterlichen Skulpturenschmuck, sehen wir in Ruvo eine ehemalige private Antikensammlung im Museum Jatta. Auserlesene Vasen des Altertums, durch die Sammelleidenschaft einer lokalen Familie vor 200 Jahren zusammengetragen, legen Zeugnis ab über das Luxusbedürfnis der Bevölkerung vergangener Zeiten.
Die Krönung des Tages ist sicherlich der Besuch eines der unglaublichsten Bauwerke des europäischen Mittelalters, des berühmten 8-eckigen Schlosses des großen Stauferkaisers Friedrich II., Castel del Monte.

Donnerstag, 8. Oktober 2015
Tag zur freien Verfügung bis zum Transfer zum Flughafen für den Rückflug nach Deutschland